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Termine

22.10.2018
VS-Sitzung
VS-Meeting

23.10.2018
Erster Schultag
First day at school

23.10.2018
Besuch der Nairobi Academy (DSN@NA)
Visit to the Nairobi Academy (DSN@NA)

23.10.2018
Projekt HÖXTER
Project HÖXTER

24.10.2018
Frau Seite SL-Tagung Beirut
Ms. Seite in Beirut

24.10.2018
SchilF DaF/DFU

27.10.2018
Aufführung "Heimat" mit Schülern der deutschen Partnerschule und den Starkids- Schülern
Performance "home" with pupils of the German partner school and the Starkids pupils

29.10.2018
Treasures of Kenya 19:00 Uhr
Treasures of Kenya 7.00 PM

01.11.2018
Bundesjugendspiele
Federal Youth Games

01.11.2018
Mitgliederversammlung des Schulvereins 19:00
General meeting of the school association 7:00 PM

03.11.2018
Strategieklausur Vorstand
Strategy meeting Board of Directors

05.11.2018
2. PA-Sitzung
2. FL-Sitzung

07.11.2018
GER-Sitzung

09.11.2018
St. Martinsfeier Kindergarten / Grundschule
St. Martin's party Kindergarten / Primary School

10.11.2018
Sommerfest
Summer party

12.11.2018
VS-Sitzung

12.11.2018
Progress Reports für die Stipendiaten der Klassen 7 – 9
Progress Reports for Scholars in Years 7 - 9

14.11.2018
LEG I; kein Unterricht
LEG I; no lessons

17.11.2018
Testtag Stipendiaten
Test day scholarship holders

20.11.2018
Dienstbesprechung Grundschule 15.45 Uhr
Service briefing primary school 15.45 o'clock

Erfahrungsberichte

Soll ich an der Deutschen Schule Nairobi ein Praktikum machen? Was erwartet mich da? Ist Kenia das richtige Land für einen 3-Monats-Aufenthalt? Wo werde ich in dieser Zeit wohnen? Wie werde ich in der Schule empfangen?

Antwort auf diese und andere Fragen finden Sie in den Erfahrungsberichten ehemaliger Praktikantinnen und Praktikanten.

Sara Kunath (April - Juli 2018)

Die Deutsche Schule Nairobi (DSN) begrüßte mich mit einem jungen und offenen Lehrerkollegium. Alle Pädagogen gaben mir nicht nur fachliche Hinweise, sondern auch gute Ratschläge zum Leben außerhalb des Schulalltags. Auf der Suche nach Vorschlägen für Freizeitgestaltung, Tipps und Tricks für Unternehmungen, Ausflüge rund um Kenia oder kulinarische Empfehlungen konnte mir stets jemand weiterhelfen (ein großes Dankeschön an dieser Stelle).

Da ich im Praktikantenhaus auf dem Schulgelände wohnen durfte, kam ich nicht mit den berühmt- berüchtigten kenianischen traffic jams ins Gehege und schaffte es in fünf Minuten zur Schule. Im Zusammenleben mit den anderen Interns bauten sich schnell Freundschaften auf, weil man sich automatisch über schulische Erlebnisse und persönliche Erfahrungen austauschte. Als Gegenleistung für die Unterkunft mit Jugendherbergsflair übernahmen wir die tägliche Mittagsaufsicht in der Mensa.

Obwohl es dort manchmal etwas chaotisch zuging, nicht alle Schüler immer ihren Tisch abwischten, weil sie einem wortwörtlich durch die Lappen gingen, bedeutete dieses Arrangement eine profitable Win- Win- Situation. Für uns gestaltete sich die entgegenkommende Dienstleistung als eine wirklich erträgliche Aufwandsentschädigung. Außerdem konnten wir vielfältige Freizeitaktivitäten in Anspruch nehmen. Der benachbarte Pool lud zum Sonnen und Schwimmen ein (leider hat uns das Wetter etwas im Stich gelassen). Verschiedene AG’S (Badminton, Volleyball) boten einen sportlichen Ausgleich.

Der Tennis-, Fußball-, sowie Basketballplatz konnte genutzt werden. Zudem offeriert die schulinterne Bibliothek ein reichhaltiges Repertoire an unterschiedlichster Lektüre. Darüber hinaus können sich mit einem persönlichen Ausweis auch Spiele oder Filme ausgeliehen werden. Die anderen Praktikanten und ich nutzten die Möglichkeit, um uns mit Gesellschaftsspielen, lokalen Sach- und Unterhaltungsmedieneinzudecken.

Am Anfang des Praktikums haben wir von einer externen Fachkraft ein interkulturelles Training erhalten. Wir waren quasi die „Versuchskaninchen“ für diese neue Methode. Für mich erwies sich diese Weiterbildung als gute Möglichkeit zur Vorbereitung auf das Unbekannte, um die Mentalität von Land und Leuten verstehen zu lernen. Des Weiteren stellte es eine tolle Erfahrung dar, um eigene Stereotype zu hinterfragen und zu ergründen, Gemeinsamkeiten sowie kulturelle Differenzen zu entdecken und diese sensibel zu behandeln. Somit kann ich das Training wärmstens weiterempfehlen.

Für alle Praktikanten gibt es eine aufgeschlossene und junge Betreuerin, die uns unter ihre Fittiche nahm. Anders als ich es von vorherigen Praktika aus Deutschland gewohnt war, wurde mir am Anfang kein Mentor, keine feste Klasse und dementsprechend kein vorgefertigter Stundenplan zugeteilt. Um wirklichkeitsnah auf das zukünftige Berufsleben vorbereitet zu werden, wurde der Fokus auf Eigenorganisation, Flexibilität und Selbstständigkeit gelegt. Ich konnte mir meinen Stundenplanindividuell zusammenstellen, woraus sich dann der zuständige Fach- bzw. Klassenlehrer als Ansprechpartner herauskristallisierte.

Ganz egal, wie weit man in seinem beruf-lichen Werdegang vorangeschritten ist und welche Grundvoraussetzungen man mitbringt, hier darf sich jeder frei entscheiden, wie viele Stunden er hospitieren oder selbst unterrichten möchte. Die Anwesenheitspflicht beläuft sich auf etwa 23 Stunden pro Woche. Einer internationalen Klientel mit einem multikulturell geöffneten Unterricht gerecht zu werden, erwies sich als angenehme Herausforderung und bestärkte mich in meiner persönlichen Unterrichtsführung. Die bunten und facettenreichen Schülerbiographien gestalteten den Unterricht anspruchsvoll, aber auch spannend, exklusiv und einzigartig.

Frau Seite, die Rektorin, betraute eine andere Praktikantin und mich mit einem Projektauftrag, in dem wir in Form von Fragebögen sowohl Schüler- als auch Lehrermeinungen zu einem Leseförderungsprogramm sammelten und auswerteten. Da ein paar leitende Stellen neu besetzt wurden, waren einige Praktikantenangelegenheiten noch nicht eindeutig determiniert. Frau Seite war aber stets für Feedback und Verbesserungsvorschläge offen, sodass diese Belange für unsere Nachfolger kontinuierlich angepasst und gesichert wurden.

Besonders hervorheben kannich die enge Zusammenarbeit der DSN mit externen Fachkräften zur Realisierung der Arbeitsgemeinschaften sowie mit der Schulsozialarbeiterin. Zudem liegen die Schwerpunkte auf teamfördernden Maßnahmen, reflektierenden Gesprächen sowie Schul- und Klassenkonferenzen. Sowohl zu Beginn, in der Mitte als auch am Ende unseres Aufenthalts haben alle Praktikanten mit der Schulleitung ein Evaluationsgespräch geführt, sodass wir uns stets respektiert und gut aufgehoben fühlten. Wer einen Auslandsaufenthalt in Afrika gleichzeitig mit einer Praxiseinheit an einer modernen Schule kombinieren will, ist an der DSN auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

Regina Schneider (Mai - Juli 2018) 

Zum 2. Mai 2018 begann ich mein neunwöchiges Praktikum an der Deutschen Schule Nairobi. Ich wurde sehr herzlich an der Schule aufgenommen. An meinem ersten Praktikumstag zeigte mir unsere Praktikumsbetreuerin Friederike Hönig das sehr weitläufige und schöne Schulgelände sowie die Fachräume. In diesem Zuge wurde ich gleich bei der Schulleitung und den Mathematik- und Physikfachlehrern vorgestellt. Im Laufe der ersten Woche wurde ich auch mit den anderen Lehrkräften bekannt gemacht und erhielt die Möglichkeit in Unterrichtsstunden verschiedener Lehrpersonen zu hospitieren, bevor ich zum Ende dieser Woche meinen Stundenplan zusammenstellte.

Da ich bereits am Ende meines gymnasialen Lehramtsstudiums für die Fächer Mathematik und Physik bin, habe ich meinen Stundenplan so aufgeteilt, dass ich von der siebten bis zur elften Klassenstufe bei drei unterschiedlichen Lehrerkräften hospitierte. Mir wurde dabei mehrmals die Möglichkeit gegeben, mich selbst an eigenen Unterrichtsstunden auszuprobieren und sogar ganze Unterrichts-einheiten durchzuführen. Die sehr kleinen Schülerzahlen - 12 bis 18 Schülern pro Klasse - ermöglichten es mir, die Schüler schnell kennenzulernen. Angenehm aufgefallen ist mir, dass der Klassenzusammenhalt in jeder Klasse sehr ausgeprägt war. Das einzige was mir während meiner Unterrichtsvorbereitung etwas Probleme bereitet hat, war die instabile Internetverbindung auf dem Schulgelände. Hierzu sei aber erwähnt, dass die Schule daran arbeitet, eine flächendeckende, stabile Internetverbindung auf dem Gelände zu realisieren.

Außerhalb meiner Unterrichtsfächer erhielt ich die Chance, mir den IT-Unterricht der 6. Klasse anzusehen und wurde als Praktikantin immer wieder eingeladen an Klassenexkursionen und Projekttagen teilzunehmen. Während meiner Praktikumszeit erlebte ich viele verschiedene Schulveranstaltungen mit, so unteranderem eine Kunstausstellung, das Public Viewing der Deutschlandspiele während der WM und einen Anti-Drogentag.

 

Zu einer der wenigen verpflichtenden Aufgaben der Praktikanten gehörte die Mensaaufsicht, die mir die Möglichkeit bot auch die Grundschüler kennenzulernen. Direkt im Anschluss der Mensaaufsicht wurde uns Praktikanten immer eine warme, kostenlose Mittagsmahlzeit angeboten.

 

Im Lehrerzimmer herrschte stets ein sehr kollegiales Verhältnis und auch als Praktikantin fühlte ich mich von Anfang an respektiert. Was ich besonders schön fand, ist, dass jeder Lehrer mir sofort das „Du“ anbot und mir nicht nur in fachlichen und technischen Fragen weiterhalf, sondern sich auch immer nachmeinem persönlichen Wohlbefinden erkundigte.

Als Praktikantin der Deutschen Schule konnte ich im Praktikantenhaus kostenlos wohnen. Das Haus ist direkt auf dem Schulgelände lokalisiert und mit einer eigenen Küche ausgestattet. Gegenüber der Schule befindet sich der „Village Market“, ein sehr westlich orientiertes Einkaufscenter. Dort habe ich häufig meine Einkäufe erledigt und mich auch ab und an mit den anderen Praktikanten oder Freunden zu einer guten Tasse Kaffee oder einem gemütlichen Gläschen Wein getroffen. Um günstiger einzukaufen, bin ich mehrmals nach Ruaka zu einem lokalen Markt gefahren. Dort kann man nicht nur billiger einkaufen, sondern erlebt gleich etwas mehr „Kenia Feeling“ als im Village Market. Zur Fortbewegung innerhalb Nairobis ist die Dienstleistungsapp Uber sehr zu empfehlen. Alternativ -um einiges günstiger- kann man auch ein Matatu (öffentlicher Transport) nehmen. Dazu sollte man sich aber bereits etwas in der Stadt auskennen, um auch den gewünschten Zielort zu erreichen. Da ich von Anfang an mit den anderen vier Praktikanten zusammenwohnte, entstand unter uns schnell ein sehr freundschaftliches Verhältnis und wir unternahmen auch außerhalb der Schulzeit einiges gemeinsam. So sind wir beispielsweise an einem langen Wochenende an die Küste nach Diani Beach gefahren, waren am Lake Naivasha und erkundeten gemeinsam Nairobi.

Während meiner gesamten Zeit in Kenia fühlte ich mich sehr sicher, habe viel erlebt – sowohl in der Schule, als auch in meiner Freizeit- und kehre jetzt mit sehr guten Erinnerungen an das „Hakuna-Matata- Land“ nach Deutschland zurück, um meine Lehrerausbildung zu beenden. Zu guter Letzt möchte ich der Deutschen Schule Nairobi für die Möglichkeit meines Praktikums und der guten  Betreuung vor Ort danken.

Praktikumsbericht Fabian Birk - 04/2015 bis 07/2015

Erste Eindrücke

Ich habe mein Praxissemester in Nairobi gemacht. Das klingt nach was, man ist sich hochgezogenen Augenbrauen und bewundernden Blicken sicher. Zu Unrecht. Schule bleibt Schule, Schüler bleibt Schüler. Pubertät kennt keine Landesgrenzen und keine Hautfarbe. Hormone sind farbenblind.  

Dennoch gibt es Besonderheiten. Unter anderen fallen einem neben einer Vielzahl an Sportmöglichkeiten auf dem Schulgelände und dem Zusammensein von Kindergarten, Grundschule und weiterführenden Schule direkt die kleinen Klassen auf. Unterricht zu Laborbedingungen, dachte ich. Bis ich von der letzten Sitzreihe vor die Tafel geholt wurde. Klasse 2, Hausaufgabenbetreuung. Nach der ersten Überforderung ist man ernüchtert – und gleichzeitig durch das Kollegium ermutigt, sich weiter auszuprobieren. In keiner Zeit habe ich mehr über mein Handeln, meine Wirkung auf Schüler und klare Formulierungen nachgedacht wie an dieser Schule. Reflexionsfähigkeit ist unerlässlich, wie mir eine erfahrene Lehrkraft sagt. Bleib dabei!

Meine Fächer sind Deutsch und Geschichte, gymnasiale Sekundarstufe. Dieses Schubladendenken wird an der Michael Grzimek Schule gesprengt. Der etwas pathetische Spruch man unterrichte Schüler und keine Fächer ist hier gelebte Realität. Die Beziehung hat Vorrang. Und da man zusätzlich zur Hausaufgabenbetreuung Lunch- und Pausenaufsichten übernehmen oder AG-Leitern unter die Arme greifen kann, befindet man sich in ständiger Interaktion mit den Schülern. Viel kaltes Wasser zu Beginn aber so lernt man nach und nach, dass auch Gespräche in der 5-Minutenpause zu einem guten Unterricht dazugehören. Und dass Schnöselkinder eine Beleidigung ist, die man schleunigst aus seinen Gedanken verbannen sollte. Denn kann man erst die Namen und hört einzelne Biographien (meist geprägt von zahlreichen Umzügen und wechselnden Freundeskreisen) verpufft dieses Klischee. Wie gesagt, Schüler bleibt Schüler. Und als solcher ist er ernst zu nehmen! Auch das wurde mir von besonderen LehrerInnen aufgezeigt und vorgelebt. 

Mentorensuche und Feedbackkulturen. Das Lehrerzimmer

Wenige Schüler bedeuteten im Umkehrschluss auch vergleichsweise wenige Lehrkräfte. Wer sein Fachbegleiter ist, das kann man sich in den Nebenfächern manchmal gar nicht aussuchen. Doch weit gefehlt, wer darin einen vermeintlichen Nachteil sieht. Genauso facettenreich wie die Schulklassen ist auch das Lehrerzimmer. An dieser Stelle kann ich nur einen Tipp eines Referendars weitergeben: besuche so viele Klassen bei so vielen Lehrern wie möglich, egal ob sie dein Fach unterrichten oder nicht. Sprich mit dem Schulsozialarbeiter, den Grundschullehrern und den Elternvertretern. Es wird dir helfen, die Institution Schule  besser zu verstehen. Er hat Recht. Doch mit wem kann ich mich darüber austauschen, wer gibt mir Rückmeldung zu meinen gehaltenen Stunden?

Meine Erfahrung ist, dass sowohl Frau Schuler als auch die Fachlehrer sich unheimlich viel Zeit für tiefe Gespräche und ein detailliertes Feedback nehmen. Erfrischende Ehrlichkeit gepaart mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen – so würde ich die Feedbackkultur beschreiben. Das mündet darin, dass man sich voller Enthusiasmus mit der nächsten Stundenvorbereitung beginnen sieht und bis spät in die Nacht den Bürostuhl warm hält. Einschränkend sei aber auch erwähnt, dass im Alltagsstress vielleicht nicht jeder Lehrer immer direkt nach der Stunde ausreichend Zeit für ein Reflexionsgespräch hat. Damit es nicht untergeht, ist es kein Problem Feedback einzufordern. Ich habe so sehr viel von der Herzlichkeit und der Erfahrung des Kollegiums mitnehmen können.

Sicherheit und Bewegungsfreiheit

Slums, Terror, Korruption. In einigen Reiseführern scheint das der kenianische Dreiklang zu sein, der das Tagesgeschäft bestimmt. Ja, es gibt Slums, ja, es gibt Terror und ja, es gibt Korruption. Aber man darf nicht aus den Augen verlieren, dass ein nicht geringer Teil von Bevölkerung und Politik gegen diese Dinge Maßnahmen ergreift. Mit dabei ist auch die Deutsche Schule Nairobi. In Abstimmung mit der Botschaft, den kenianischen Behörden und des Bundeskriminalamtes ist ein „Sicherheitspaket“ verabschiedet worden, welches einen unversehrten Aufenthalt an der Michael Grzimek Schule fast hundertprozentig garantiert. Muss man sein Praktikum deshalb im „goldenen Käfig“ der Schule verbringen? Nein, lautet die Antwort. Natürlich kann ein Schulgelände anders bewacht werden als die Innenstadt einer Weltmetropole. Doch bewegt man sich unter Tags ohne unnötiges Goldkettchen und Fünfhunderteuro-Bündeln in der Hemdtasche, ist auch dort nichts zu befürchten. Auch im Matatu (Kleinbus) nicht. Nach Einbruch der Dunkelheit ist ein Taxi angebracht. Ebenso ist es angebracht, ein paar Brocken Kiswahili zu lernen. Sprache ist ein Eisbrecher und Türöffner. Von Vorteil ist das auch deshalb, weil man sich so eher in diejenigen Schüler hineinversetzen kann, welche an der DSN Deutsch als Fremdsprache lernen müssen/dürfen, wobei dieses Wissen sich wiederum sicher auf die eigene Unterrichtspraxis auswirken wird. Als angehender Lehrer, und das gilt nicht nur für Deutsch, hat man so die Möglichkeit die Kompetenz der Differenzierung zu erproben und zu entwickeln. Auch mit Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland (#Flüchtlinge) ein ganz entscheidender Aspekt des Lehrerdaseins. 

Außerdem hat man die Möglichkeit (wieder ein Punkt, der dem Klischeebild der abgekapselten Eliteschule widerspricht) Programmen der Partnerschulen der DSN teilzunehmen. Dort werden zahlreiche Projekte initiiert, es finden Begegnungen auf Schüler- und Lehrerebene sowie gegenseitige Besuche statt. Darüber hinaus gibt es Projekttage (wie zum Beispiel unter dem Thema der Drogenprävention), an welchen auch kenianische Stimmen von außerhalb in der Schule gehört werden. Sich mit den zuständigen Lehrern in Kontakt zu setzen, um daran zu partizipieren sei jedem Praktikanten ans Herz gelegt. Genauso wie ein Praktikum an der Deutschen Schule Nairobi generell!

Vor der Abreise nach Deutschland

Die elf Wochen meines Aufenthalts in Nairobi waren eine sehr fruchtbare Zeit für mich. Die Schule, das Kollegium, das Umfeld. All das hat dazu beigetragen, dass ich den Beruf des Lehrers auch weiterhin anstreben möchte. Aber nicht nur in beruflicher, auch in weltanschaulicher Sicht hat sich meine Wahrnehmung geändert. Dass Aids, Bürgerkriege und Armut für Kenia nicht die entscheidenden Attribute sind. In Nairobi wird das ganz konkret erfahrbar, auf kulturellen Veranstaltungen, in Matatus, im Uhuru Park, im Gespräch mit Stipendiaten und kenianischen Lehrkräften der DSN. Nicht nur Hormone sollten farbenblind sein. Sondern wir auch!

PS: Dieser Bericht ist bewusst eher persönlich gehalten, da der folgende Text von Laura eigentlich alle organisatorischen Punkte abhandelt. 

Praktikumsbericht Laura Totzauer - 10/2014 bis 01/2015


Schulalltag 

Jedem der nach einer Praktikumsschule im Ausland sucht, würde ich die Deutsche Schule Nairobi (DSN) ans Herz legen. Man wird sehr herzlich aufgenommen und das Kollegium ist sehr freundlich und hilfsbereit, was zu einer lockeren und schönen Atmosphäre im Lehrerzimmer führt. Aber auch die anderen Angestellten der Schule haben stets ein Lächeln auf den Lippen und erleichtern einem das Einleben sehr.

In der Schule wird man schnell in den Alltag eingebunden und wenn es sich nicht um ein Pflichtpraktikum handelt, kann man sich seinen Stundenplan frei gestalten und seine Schwerpunkte selbst wählen. So kann man unter anderem viel im Unterricht hospitieren, sich mit kleinen Schülergruppen befassen oder auch sich selbst ausprobieren und Stunden halten, sowie Unterrichtsreihen vorbereiten. Dabei haben die jeweiligen Fachlehrer und die Praktikumsbetreuerin Frau Schuler stets ein offenes Ohr und unterstützen mit Hilfe und Tipps. Es wird einem aber auch so viel Freiheit gelassen, dass man seine eigenen Ideen verwirklichen kann. Daneben hat man auch noch die Möglichkeit, außerunterrichtliche Projekte und Angelegenheiten wahrzunehmen und sie mitzugestalten. Dazu gehören Aufsichten, das Beiwohnen von Besprechungen oder die Gestaltung und Durchführung von Veranstaltungen, wie dem Weltkindertag. Außerdem kann man sich weiterhin durch Übernahme von Aufsichten zur Lunch-Time oder nachmittags zu den AG's, sowie privat mit Nachhilfe ein kleines Taschengeld dazu verdienen. Es ist ein schönes Gefühl, dass man an dieser Schule seine eigenen Beiträge leisten kann, dadurch andere unterstützt und ihnen hilft und dies auch zur Kenntnis genommen wird und einem ein Dankeschön nicht verwehrt wird.

Bei einem Praktikum an der DSN kann mit viel Freude aktiv lernen und sich weiterentwickeln.

Unterkunft

Die wohl einfachste Alternative ist die Unterkunft im Boarding House der Schule. Dies kostet 500 Euro im Monat und beinhaltet Vollverpflegung, Putz- und Wäscheservice, eine WLAN-Verbindung und die Nutzung der Sportanlagen der Schule (Swimming Pool, Fußball- und Basketballfeld, Laufbahn, Tennisplätze). Das Team des Boarding House unter der Leitung von Elizabeth Akoro ist  sehr nett und stets um das Wohlbefinden ihrer Gäste bemüht. Zwar muss man sich an manchen Stellen bewusst sein, dass man sich in Kenia befindet und man hier nach der Lebenseinstellung „Pole pole" („Immer mit der Ruhe") lebt, zum Beispiel dann, wenn das Internet mal wieder keine gute Verbindung hat, Wäsche untereinander vertauscht wird oder manches einfach ein wenig länger dauert. Dies wird aber durch die Herzlichkeit des Teams schnell wieder wettgemacht.

Neben der direkten Lage an der Schule, was einen kurzen Weg zur Arbeit beinhaltet, ist ein weiterer Vorteil des Boarding House, dass man hier stets auf weitere junge Menschen und Praktikanten trifft. Hier kommen nämlich nicht nur Praktikanten sowie Gastschüler der Schule unter, sondern auch welche, die bei der UN oder in anderen Einrichtungen ihre Erfahrungen sammeln. So hat man stets aufgeschlossene Leute um sich herum mit denen man viele Unternehmungen an den Wochenenden oder in den Ferien machen kann.

Eine bilderreiche Präsentation des Boarding House der Deutschen Schule Nairobi gibt es hier.

Kenia als Reiseland

Kenia ist wahrhaftig ein Land, das es zu bereisen lohnt. Das Land bietet viele verschiedene Landschaften von Bergen, Savannen, Steppen über Wälder und Seen bis hin zu weißen Sandstränden am Indischen Ozean. Hier ist also für jeden etwas dabei. Zu Kenias Aushängeschild gehören natürlich auch die kulturelle Vielfalt mit verschiedenen ethnischen Stämmen, sowie die atemberaubende Flora und Fauna. Wer auf Safari geht, kann sich schnell im kindlichen Traum von Disneys König der Löwen wiederfinden.

Zu beachten ist allerdings, dass Kenia als Reiseland, gerade für non-residence-Personen, ziemlich teuer ist. Vor allem die Eintritte in die Nationalparks und Naturreservate können ein tiefes Loch in die Reisekasse reißen. Auch ist es nicht immer leicht eine günstige Unterkunft zu finden, da das Land (noch) nicht, wie viele asiatische oder lateinamerikanische Länder, auf den Backpacker-Tourismus ausgelegt ist. Die Infrastruktur ist weitestgehend ausgebaut, so dass man mit Reisebussen und Fliegern von Nairobi aus gut in größere Städte gelangt. Dennoch sollte man immer auch viel Zeit einplanen, da es öfters mal zu Verspätungen kommen kann und es meistens immer länger dauert, als es einem vorher gesagt wird, vor allem wenn man den Landweg wählt. Reisen an abgelegene Orte gestaltet sich als etwas schwieriger, so dass man auf lokalere Fortbewegungsmittel wie Matatus (Kleinbusse) oder Boda Bodas (Motorrad-Taxis) zurückgreifen muss oder sich selbst ein Auto mieten muss. Wer den Zug von Nairobi nach Mombasa oder andersrum ins Auge fasst, sollte dies viel mehr als Abenteuer anstatt als vernünftiges Fortbewegungsmittel ansehen. So ist nicht nur mit Verspätung bei der Abfahrtszeit zu rechnen, sondern auch die ganze Fahrtzeit kann sich schnell von 15 Stunden auf 39 Stunden ausweiten. Und das für eine Strecke von weniger als 600 Kilometer.

Wer Kenia bereisen möchte, sollte natürlich auch die aktuelle Sicherheitslage im Land im Auge behalten. Leider ist das Land immer wieder von terroristischen Anschlägen betroffen, weswegen es zu Reisewarnungen für bestimmte Landesteile oder Stadtgebiete kommen kann. Hinzu kommt dann noch die allgemeine Kriminalität, vor allem in den Großstädten, und die Armut des Landes, weswegen man häufig angebettelt wird. Wer sich aber an die Spielregeln hält (wachsam bleiben, keinen auffälligen Schmuck tragen, kaum Wertsachen bei sich tragen, selbstsicheres Auftreten, ...), offen und aufmerksam bleibt, kann das Land meistens ohne Zwischenfälle genießen.

Insgesamt merkt man leider auch immer wieder, dass der Tourismus in Kenia momentan zum Erliegen gekommen ist, was vor allem dem Terrorismus zuzuschreiben ist, aber auch der Ebola-Epidemie in Westafrika. Kenia ist davon als ostafrikanisches Land bisher keinesfalls betroffen, aber leider spielt da die große geografische Unwissenheit über Afrika, dieviele Menschen haben, eine große Rolle.

Alles in allem ist Kenia ein tolles Land, das definitiv eine oder mehrere Reisen wert ist. Wer sich dem annimmt, benötigt ein Visum. Ein Touristenvisum ist bei Einreise schnell an den internationalen Flughäfen in Nairobi und Mombasa beantragt und kostet 40 Euro.

Leben in Nairobi (Geld, Einkaufen, Kommunikation)

Da Nairobi eine Großstadt mit 3 Millionen Einwohnern und die Hauptstadt des Landes ist, bekommt man hier alles, was man für das tägliche Leben braucht. Genau gegenüber der DSN befindet sich das Einkaufszentrum Village Market mit verschiedenen Läden, Restaurants und einem Supermarkt. Die Preise sind allerdings gerade hier sehr europäisch und auch einige Lebensmittel und Kosmetikprodukte sind im Vergleich ziemlich teuer (500g Butter = ca. 4 Euro, Pantene Pro-V Shampoo = ca. 4-7 Euro). Das liegt daran, dass vieles importiert wird.

Die Währung in Kenia ist der Kenianische Schilling. Zum Teil kann auch mit US-Dollar gezahlt werden, zum Beispiel die Eintritte in Nationalparks. Sonst ist es aber durchaus sinnvoller Kenianische Schilling bei sich zu haben. Am besten bringt man sich also schon welche von zu Hause mit, bevor man die Reise antritt um beispielweise die ersten Tage über die Runden zu kommen. Dann kann man natürlich vor Ort bei Banken Geld wechseln oder man hebt bei Bankautomaten mit der Kreditkarte Geld ab. Dabei ist zu beachten, dass meistens nur VISA funktioniert und nur wenige Automaten Master Card akzeptieren. Es kann auch immer mal wieder vorkommen, dass die Bankautomaten gerade „leer" sind, also nicht genügend Scheine haben. Dies kann auch bei ländlicheren Bankfilialen der Fall sein, wenn man Geld tauschen möchte.

In Nairobi ist die Infrastruktur gut ausgebaut. So kommt man, teilweise mit Umsteigen, mit den Matatus und Boda Bodas überall hin. Eine Fahrt mit dem Matatu von der DSN bis ins Zentrum kostet 60 Schilling. Abends ist es, je nachdem, anzuraten besser ein Taxi zu nehmen. Eine Fahrt von der DSN nach Westlands kostet ca. 600 Schilling, nachts kann es auch mal teurer sein. Für eine Taxifahrt von der DSN zum Jomo Kenyatta Flughafen zahlt man 2000 Schilling.

Für die Kommunikation vor Ort erweist es sich als praktisch, sich eine lokale SIM-Karte zuzulegen. Diese bekommt man beim Anbieter Safaricom für 100 Schilling. Eine Minute telefonieren im selben Netz kostet 0,33 Schilling und eine SMS kostet 1 Schilling. Ein 500 MB-Paket für Mobile Daten bekommt man für 500 Schilling.