Eine zweijährige Vorarbeit, enorme Unterstützung durch das Auswärtige Amt, außerordentliches Engagement durch die heutigen Leiter des Zentrums Karin Häggmark und Franz Baur waren nötig, um einen Ort zu schaffen, in dem man „sich treffen, lernen, kreativ sein kann“. So, führte Margit Hellwig-Boette an, könne die deutsche Sprache das Tor zur europäischen Kultur werden. Kenianischen Studenten und inländischen Lehrern von immerhin 60 Schulen Kenias, in denen Deutsch unterrichtet wird, stehen eine Bibliothek und zwei modern ausgestattete Computerräume zum Selbststudium und zur Internetrecherche zur Verfügung.
Ohne die Hilfe eines solchen Zentrums hat die prominente Gastrednerin Auma Obama Deutsch gelernt, als DAAD-Stipendiatin in Heidelberg und in Bayreuth, wo sie ihren Doktor gemacht hat. Sie betonte die Narrenfreiheit, die sie in der damaligen Studentenlandschaft durch selbständige Organisation ihres Studiums genießen durfte und die sie erwachsen werden ließ. Die interkulturelle Germanistik hat es ihr erlaubt, sich in Deutschland bald wohl zu fühlen, denn diese Blickrichtung auf die deutsche Kultur und Literatur lebt von einer Vielfalt von Blickwinkeln und somit von vielseitigen Interpretationen. Auma Obama ließ die Zuhörerschaft ihren Weg nach Deutschland und in Deutschland nachvollziehen. Wie sie lernte, sich in einer andersfarbigen Gesellschaft als zu respektierendes Individuum durchzusetzen. Doch auch von der anderen Seite Deutschlands sprach sie, der, wo Ausländer zu Opfern wurden. Noch heute ist sie dankbar, in Deutschland den Schmerz und die Freude der so lange getrennten Menschen beim Fall der Mauer in Berlin erlebt zu haben und so Verrücktes wie die Verhüllung des Reichstags. Auch durch diese Erlebnisse ist sie heute mehr als die Schwester des amerikanischen Präsidenten, er ist „ ihr Bruder, das ist wichtig, einer, der seine Arbeit tut, ein Beamter“. Sie berührte die Zuhörer durch ihren Blick auf ihre eigene Arbeit und die von Lehrern. Es gilt zurückzugeben, was man bekommen hat, Raum zu geben für jeden einzelnen besonderen Schüler. So ermutigt sie die Kinder Ostafrikas, ihr Land nicht nur als das zu sehen, was die Touristen daran fasziniert, sondern auch die eigene Stärke zu erkennen. Lehrer, sagte sie, können einen so stark machen.
Der offizielle Teil der Feier endete mit der Enthüllung der Pasch-Plakette durch den Schulleiter Siegfried Schmerbeck, die deutsche Botschafterin Margit Hellwig-Boette und den Ehrengast Auma Obama.
(Gertraud Fogt)
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